In meinem letzten Beitrag habe ich einige wichtige Gedanken für die Erstellung und/oder Überprüfung eines Businessplans geschrieben. Hierbei ging es aber um den Textteil, in dem Du ja dein Geschäftskonzept und dessen Umsetzung untersuchst und darstellst. Im Zahlenteil des Businessplans legst Du die finanziellen Rahmenbedingungen für Deine Existenzgründung oder Dein Start-up fest.

Dieser zweite Teil wird kommt nun heute!

Bevor ich auf die einzelnen Bestandteile des Zahlenteil des Businessplans eingehe, noch eine wichtige Bemerkung dazu: Zahlen aus dem Textteil (an einigen Stellen nennst Du ja durchaus welche) und Angaben zu Entwicklungen müssen sich im Zahlenteil wiederfinden. Alles, was im Textteil angegeben ist, muß sich mit Zahlen untermauern lassen.

Ich empfehle, und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht, folgende Einzelpläne für die Deine Finanzplanung (es gibt verschiedene Tools dazu im Web – aber nimm doch einfach Excel!) zu erstellen – diese Einzelpläne entwickeln den Zahlenteil des Businessplans, oder auch den Finanzplan genannt:

  1. Berechnung Deines unternehmerischen Lohnes,
  2. Kapitalbedarfsanalyse,
  3. Rentabilitätsberechnung und
  4. Liquiditätsberechnung.

Zahlenteil des Businessplan

Berechnung des unternehmerischen Lohnes

In dieser Tabelle geht es darum, den Betrag zu ermitteln, den Dein Unternehmen erwirtschaften muss, um Deine privaten Ausgaben, die Lebenshaltungskosten zu decken. Hierzu nimmst Du einen typischen Monat und führst auf der einen Seite Deine Einnahmen auf und auf der anderen die Ausgaben. Zu den Lebenshaltungskosten gehören neben der Miete auch Energiekosten, Versicherungen, Kosten für die Lebenshaltung etc. Hast Du noch private Einnahmen wie beispielsweise aus einer vermieteten Wohnung, dann werden diese hier ebenfalls aufgeführt. Auch das Einkommen des Ehepartners fließt in die Aufstellung mit ein. Die meistens negative Differenz (Dein bisheriges Einkommen aus einer Festanstellung fällt ja weg) stellt das Gehalt dar, was Du dir selber zahlen mußt. Dein Unternehmerlohn wird später in der Liquiditätsberechnung als monatliche Privatentnahme erfasst.

Kapitalbedarfsanalyse

Bei Deinem Start wirst Du sicherlich über Kapital verfügen müssen. So Dein Eigenkapital nicht reichen sollte, gibt es verschieden Möglichkeiten, die Finanzierungslücke, Deinen Kapitalbedarf über die Aufnahme von Fremdkapital zu finanzieren.

Wenn Du planst, deine Selbstständigkeit zunächst ausschließlich aus eigenen Mitteln zu finanzieren, solltest Du dies trotzdem in der Excel Tabelle im Kapitalbedarfsplan aufführen (macht bei Investoren und Banken einen guten Eindruck). In einem ersten Schritt ermittelst Du, wofür Du wieviel Kapital benötigst, um dann aufzuführen, wie Du diesen Kapitalbedarf finanziert – über Eigen- oder Fremdkapital. Im Kapitalbedarfsplan werden zum Beispiel unter anderem folgende Aspekte aufgeführt:

  1. Kapitalbedarf für die Gründung (Gründungskosten)
  2. Kapitalbedarf für geplante Investitionen
  3. Kapitalbedarf zur Deckung der laufenden Kosten in der Startphase
  4. Vorfinanzierung von Material und Waren
  5. Vorfinanzierung der Außenstände

Nachdem Du in diesem Schritt festgestellt hast, welchen Betrag Du benötigst, gilt es nun im Finanzierungsmodell darzustellen, wie das benötigte Kapital beschafft werden soll, also aus Eigenkapital und/oder Fremdkapital.

Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung

Die beiden Punkte Rentabilitäts- und Liquiditätsplanung erstelle ich immer parallel, da auch die beiden Excel-Tabellen eng miteinander verknüpft sind. Sie bilden den Kern des Finanzplan des Businessplans.

Die Liquiditätsberechnung gibt Dir als Gründer den Blick auf die Bewegungen auf Deinem Geschäftskonto. Du siehst die monatlichen Einnahmen und Ausgaben und hast die Gewissheit, ob Du über eine ausreichende Liquidität verfügst. Alle Bewegungen in der Liquiditätsplanung sind Bruttowerte. Du siehst beispielsweise auch die steuerlichen Vorauszahlungen an das Finanzamt und hier taucht auch Dein in der ersten Excel-Tabelle errechneter unternehmerischer Lohn als Privatentnahme wieder auf.

Aus dem Rentabilitätsplan geht dann hervor, ob Du einen Überschuss oder ein Defizit erwirtschaftest. Und: ob sich Dein Business überhaupt lohnt! Wenn Du den Businessplan erstellst, um einen potenziellen Investor davon zu überzeugen, Dir mit Kapital zur Verfügung zu stehen, wird dieser ganz sicher schnell einen Blick in diesen Teil des Finanzplans werfen. Er will wissen, ob sich ein Investment für ihn lohnt. Auch Du, ohne Investor, solltest Dir diese Frage stellen. Stehen Deine Kosten (Dein Investment) in einem guten Verhältnis zum Ertrag. Lohnt es sich für Dich?

Oftmals läßt es sich nicht vermeiden, dass ein Teil der Zahlen geschätzt werden muß, obwohl ich davon kein Freund bin (bei einer Existenzgründung ist es manchmal schwer, drei Jahre in die Zukunft zu schauen!). Meine Bitte an dieser Stelle ist es, nicht von zu positiven Zahlen auszugehen, da sonst in der Realität schnell eine zu geringe Liquidität bestehen könnte und Dein Finanzplan nicht passt.

Der Zahlenteil des Businessplans

stellt sich für viele Gründer als uneinnehmbare Festung dar. Auch irgendwie nachvollziehbar. Dennoch ist es kein Hexenwerk, sondern eine Untersuchung der privaten Finanzen (Wieviel muß ich mir selber zahlen, damit meine privaten Kosten gedeckt sind?), die Beantwortung der Frage: wieviel Kapital brauche ich und woher nehme ich das?, die Untersuchung, ob sich mein Business, monetär betrachtet, überhaupt lohnt (Rentabilitätsberechnung) und ein Blick in die Zukunft (Liquiditätsberechnung). Mit etwas Geduld und Ruhe gelingt das auch.

Für das Erstellen eines Businessplan mit Finanzteil gibt es unzählige Tools im Netz. Bitte lasst Euch nicht in eine Form pressen, nehmt Word und Excel (andere Software braucht Ihr nicht), fangt an zu schreiben und Euch über Zahlen Gedanken zu machen, die optische Ausgestaltung, das Schöne kommt ganz zum Schluß.

Wenn Ihr Fragen dazu habt, mehr Informationen braucht, Hilfe beim Erstellen eines Businessplans benötigt, so meldet Euch und nehmt Kontakt mit mir auf. Bei Bedarf stelle ich Euch auch gerne die oben genannten Excel-Tabellen kostenfrei zur Verfügung und kann den einen oder anderen Tipp für eine Finanzierung geben (siehe auch: über mich).

Also, dann los

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